USB MIDI ist heute für viele Musiker die erste Wahl, wenn E-Piano, Keyboard oder MIDI-Controller mit Computer oder Tablet verbunden werden sollen.
Doch auch das klassische MIDI hat weiterhin seine Stärken und unterscheidet sich deutlich in Handhabung, Einsatzbereich und Zielgruppe.
In diesem Artikel erfährst du verständlich erklärt, was USB-MIDI ist, wie es sich vom klassischen MIDI unterscheidet und welche Lösung für dich die richtige ist.
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Was ist USB-MIDI?
USB-MIDI ist eine moderne Variante der MIDI-Übertragung, bei der MIDI-Daten direkt über ein USB-Kabel übertragen werden. Statt eines klassischen 5-poligen MIDI-Kabels wird ein normales USB-Kabel verwendet – ähnlich wie bei Druckern oder externen Festplatten.
Der große Vorteil: USB-MIDI funktioniert meist nach dem Plug-&-Play-Prinzip. Du verbindest dein E-Piano oder MIDI-Keyboard per USB mit dem Computer, und das Gerät wird automatisch erkannt. In den meisten Fällen brauchst du kein zusätzliches MIDI-Interface und keine Treiberinstallation.
USB-MIDI ist heute bei fast allen aktuellen Digitalpianos, MIDI-Keyboards und Controllern Standard – vor allem im Zusammenspiel mit DAWs, Lernsoftware und Notensatzprogrammen.

Was ist klassisches MIDI?
Das klassische MIDI nutzt die bekannten 5-poligen DIN-Anschlüsse:
- MIDI IN
- MIDI OUT
- MIDI THRU
Diese Technik stammt aus den frühen 1980er-Jahren und ist bis heute in vielen Synthesizern, Soundmodulen und professionellen Studio-Setups im Einsatz.
Im Gegensatz zu USB-MIDI benötigt klassisches MIDI meist:
- ein MIDI-Kabel
- und bei der Verbindung mit dem Computer ein MIDI-Interface
Der Vorteil: Klassisches MIDI arbeitet geräteunabhängig. Ein Keyboard kann direkt einen Synthesizer ansteuern – ganz ohne Computer.

USB-MIDI vs. klassisches MIDI – die wichtigsten Unterschiede
Um die Unterschiede zwischen USB-MIDI und klassischem MIDI zu verstehen, lohnt sich zuerst ein Blick darauf, was MIDI überhaupt ist.
Anschluss und Verkabelung
USB-MIDI:
- ein einziges USB-Kabel
- keine Zusatzgeräte
- sehr aufgeräumtes Setup
Klassisches MIDI:
- MIDI-Kabel (DIN)
- oft zusätzlich ein MIDI-Interface
- mehr Verkabelung, aber flexibel erweiterbar
Vergleich: USB-MIDI vs. klassisches MIDI
| Kriterium | USB-MIDI | Klassisches MIDI (DIN) |
|---|---|---|
| Anschluss | USB-Kabel (USB-A / USB-B / USB-C) | 5-poliges MIDI-Kabel |
| Zusatzgeräte nötig | ❌ Nein | ✅ Ja, meist ein MIDI-Interface |
| Verbindung mit Computer | Direkt, Plug & Play | Nur über MIDI-Interface |
| Verbindung ohne Computer | ❌ Nicht möglich | ✅ Direkt zwischen Geräten |
| Typische Geräte | E-Pianos, MIDI-Keyboards, Controller | Synthesizer, Expander, Stage-Setups |
| Einrichtung | Sehr einfach | Etwas technischer |
| Latenz | Sehr gering (praxisnah nicht spürbar) | Sehr gering und stabil |
| Zuverlässigkeit live | Gut | Sehr hoch |
| Stromversorgung | Teilweise über USB möglich | Keine Stromversorgung |
| Kompatibilität | Ideal für DAWs & Lernsoftware | Ideal für Hardware & ältere Geräte |
| Kabelmanagement | Weniger Kabel | Mehr Kabel |
| Einsatz für Anfänger | ⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr gut geeignet | ⭐⭐ Eher für Fortgeschrittene |
| Einsatz im Studio | ⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Einsatz auf der Bühne | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Heutiger Standard | Sehr verbreitet | Weiterhin etabliert |
Kurz zusammengefasst:
USB-MIDI → ideal für Einsteiger, Computer, DAWs und E-Pianos
Klassisches MIDI → ideal für Hardware-Setups, Live-Musik und Unabhängigkeit vom Computer
Kompatibilität von USB MIDI und klassischem MIDI
USB-MIDI:
- ideal für Computer, Laptops, Tablets
- perfekt für DAWs, Lern- und Notensoftware
Klassisches MIDI:
- kompatibel mit alten und neuen Hardware-Geräten
- ideal für Synthesizer, Expander und Live-Rigs
Latenz und Zuverlässigkeit
In der Praxis sind beide Systeme sehr zuverlässig. Die oft gehörte Sorge, USB-MIDI sei langsamer, ist meist unbegründet.
Moderne USB-MIDI-Verbindungen haben eine extrem geringe Latenz, die im normalen Spielbetrieb nicht wahrnehmbar ist.
Klassisches MIDI gilt als besonders stabil in komplexen Hardware-Setups – vor allem live.
Stromversorgung
USB-MIDI:
- kann das Gerät teilweise mit Strom versorgen
- ideal für kompakte Setups
Klassisches MIDI:
- überträgt keinen Strom
- Geräte brauchen eigene Netzteile

Vorteile von USB-MIDI
USB-MIDI ist heute die erste Wahl für die meisten Einsteiger. Die wichtigsten Vorteile:
- sehr einfache Einrichtung
- kein MIDI-Interface nötig
- perfekt für Computer & DAWs
- ideal für Lernsoftware und Notensatz
- weniger Kabel, weniger Fehlerquellen
USB-MIDI ist besonders praktisch im Zusammenspiel mit einer DAW, also einer Musiksoftware wie Logic, Cubase oder Ableton.
Gerade für E-Pianos im Wohnzimmer oder Home-Studio ist USB-MIDI die bequemste Lösung.

Vorteile von klassischem MIDI
Trotz USB-MIDI hat klassisches MIDI weiterhin klare Stärken:
- funktioniert ohne Computer
- ideal für Hardware-Studios
- zuverlässig im Live-Betrieb
- kompatibel mit älteren Geräten
- einfache Verkettung mehrerer Instrumente (MIDI THRU)
Viele professionelle Musiker nutzen klassisches MIDI bewusst, um unabhängig vom Computer zu bleiben.

Brauche ich ein MIDI-Interface?
Das hängt davon ab, welche Anschlüsse deine Geräte besitzen:
- USB-MIDI vorhanden?
→ Kein Interface nötig. - Nur MIDI IN/OUT am Instrument?
→ MIDI-Interface erforderlich, um es mit dem Computer zu verbinden.
Ein MIDI-Interface wandelt klassische MIDI-Signale in USB um und wird per USB am Computer angeschlossen.

USB-MIDI am E-Piano – typische Praxisbeispiele
E-Piano mit Laptop verbinden
Ein USB-Kabel reicht aus. Dein E-Piano wird in der DAW als MIDI-Eingang erkannt, und du kannst virtuelle Instrumente spielen oder aufnehmen.
Wie genau du dein Instrument verbindest, zeigen wir Schritt für Schritt in unserem Guide E-Piano an den Computer anschließen.
E-Piano mit Tablet nutzen
Viele Tablets unterstützen USB-MIDI direkt (ggf. mit Adapter). Ideal für Lern-Apps, Notenprogramme oder Piano-Apps.
Aufnehmen ohne Klangverlust
Mit USB-MIDI nimmst du nicht den Klang auf, sondern dein Spiel. Tempo, Noten und Sounds lassen sich später problemlos ändern.
Notensatz und Lernen
Programme wie MuseScore oder Lernsoftware erkennen dein Spiel über USB-MIDI und setzen es direkt in Noten um.

Was ist besser – USB-MIDI oder klassisches MIDI?
Die kurze Antwort: Es kommt auf deinen Einsatzzweck an.
USB-MIDI ist besser, wenn du:
- Anfänger bist
- mit Computer oder Tablet arbeitest
- eine DAW nutzt
- wenig Technikaufwand möchtest
- ein modernes E-Piano besitzt
Klassisches MIDI ist besser, wenn du:
- mehrere Hardware-Geräte verbindest
- live spielst
- alte Synthesizer nutzt
- bewusst ohne Computer arbeiten möchtest
Viele Musiker nutzen beide Systeme parallel, da moderne Instrumente oft USB-MIDI und klassische MIDI-Anschlüsse besitzen.

Fazit
USB-MIDI ist heute der bequemste und einfachste Weg, um E-Pianos, Keyboards und MIDI-Controller mit Computern und Software zu verbinden. Es ist ideal für Einsteiger, Home-Studios und alle, die ohne großen technischen Aufwand musizieren möchten.
Klassisches MIDI bleibt hingegen ein robuster Standard für Hardware-Setups, Live-Anwendungen und Musiker, die unabhängig vom Computer arbeiten wollen.
Die gute Nachricht: Du musst dich nicht zwingend entscheiden. Moderne Instrumente unterstützen oft beide Welten – und bieten damit maximale Flexibilität für jede musikalische Situation.
Weiterführende Links
- MIDI-Keyboard vs. Digitalpiano
- Beste MIDI-Keyboards für Anfänger
- Beste Free Piano VST im Vergleich