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Klavier lernen Woche 3: Akkorde spielen und erste Songs begleiten

  • Markus Bischofberger
  • 24. April 2026

Woche 3 ist der Moment, in dem du vom Spielen ins Begleiten kommst – mit Akkorden klingt dein Klavier plötzlich wie echte Musik. Anfangs wirken die Wechsel noch ungewohnt, aber genau hier entsteht dein musikalisches Verständnis.

Dieser Tagesplan führt dich Schritt für Schritt dorthin, dass du am Ende der Woche deinen ersten Song mit Akkorden begleiten kannst.

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Markus Bischofberger
Markus Bischofberger
Mit über 30 Jahren Erfahrung im Klavier- und Keyboardunterricht hat unser Autor bereits hunderten Anfängern dabei geholfen, das richtige Instrument zu finden und die Freude am Spiel zu entdecken. Als Experte für Digitalpianos liegt ihm besonders am Herzen, Schülern den Weg durch den Technik-Dschungel zu ebnen – ehrlich, praxisnah und immer mit dem Blick auf den langfristigen Lernerfolg. Erfahre hier mehr über meine Philosophie und die Entstehung von E-PIANO TEST.
Markus Bischofberger
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Woche 3: Der Schritt vom Spielen zum Begleiten

In der dritten Woche passiert etwas Entscheidendes: Du verlässt das reine Nachspielen und beginnst, Musik wirklich zu verstehen. Mit den ersten Akkorden entsteht plötzlich die Fähigkeit, Songs zu begleiten und harmonisch zu denken.

Viele Anfänger merken hier, dass die Wechsel zwischen Akkorden anfangs noch holprig sind und Konzentration erfordern. Genau hier lohnt es sich, geduldig zu bleiben – denn mit jedem Durchgang werden deine Bewegungen flüssiger und automatischer.

Wer sich in dieser Woche Zeit nimmt, die Akkorde sauber zu greifen und bewusst zu wechseln, wird schnell Fortschritte spüren. Am Ende begleitest du deinen ersten Song – und das ist ein riesiger Schritt in Richtung freies Klavierspiel.

Klavieranfänger übt Akkordfolge auf einem E-Piano
In Woche 3 lernst du deine ersten Akkorde auf dem Klavier.

Dein detaillierter Tagesplan für Woche 3

Woche 3 beginnt an Tag 15 mit deinem ersten Akkord – dem C-Dur-Dreiklang. Du setzt die rechte Hand auf C–E–G und spielst alle drei Töne gleichzeitig, achtest dabei besonders auf einen gleichmäßigen Anschlag. Danach wiederholst du den Akkord im gleichmäßigen Tempo und kombinierst ihn mit dem Grundton C in der linken Hand. In der Theorie lernst du, wie ein Dur-Dreiklang aufgebaut ist und warum er so „hell“ klingt.

An Tag 16 kommt mit G-Dur der erste Akkordwechsel dazu. Du übst zunächst den neuen Griff auf G–H–D und wechselst dann bewusst zwischen C und G hin und her. Dabei merkst du schnell, welche Finger sich bewegen müssen und welche liegen bleiben können. Anschließend spielst du einfache Wechsel zwischen beiden Akkorden, während die linke Hand die passenden Grundtöne ergänzt. In der Theorie festigst du die Note H auf der Tastatur und im Notensystem.

Tag 17 bringt mit A-Moll deinen ersten Moll-Akkord ins Spiel. Du vergleichst direkt den Klang von C-Dur und A-Moll und entwickelst ein Gefühl für den Unterschied zwischen „hell“ und „dunkler“. Danach übst du eine kleine Akkordfolge mit C, G und A-Moll und koordinierst dazu die Grundtöne in der linken Hand. In der Theorie lernst du den Unterschied zwischen großer und kleiner Terz kennen.

An Tag 18 ergänzt du mit F-Dur den vierten Akkord und spielst damit zum ersten Mal eine komplette Akkordfolge: C–G–Am–F. Du übst jeden Akkord einzeln und verbindest sie dann zu einer durchgehenden Folge. Ziel ist es, die gesamte Progression ruhig und ohne Unterbrechung zu spielen. In der Theorie verstehst du die sogenannten Stufen (I, IV, V, VI) und erkennst, dass dieses Prinzip in vielen Songs verwendet wird.

Tag 19 steht im Zeichen von Ausdruck und Dynamik. Du übst, Akkorde fließend miteinander zu verbinden, ohne hörbare Lücken entstehen zu lassen. Anschließend spielst du dieselbe Akkordfolge bewusst leise, laut und mit steigender Lautstärke. So merkst du, wie stark sich Musik allein durch Dynamik verändert. In der Theorie lernst du die wichtigsten Dynamikangaben und ihre Bedeutung kennen.

An Tag 20 wendest du alles Gelernte praktisch an und begleitest deinen ersten echten Song. Du wechselst die Akkorde im gleichmäßigen Tempo und versuchst, im Fluss zu bleiben, auch wenn kleine Fehler passieren. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern darum, das Zusammenspiel zu erleben. In der Theorie lernst du die Akkordschreibweise kennen, wie sie in Leadsheets und Songs verwendet wird.

Tag 21 rundet die Woche ab. Du trainierst, die Akkorde sicher und ohne Nachdenken zu greifen, und spielst sie in verschiedenen Reihenfolgen. Danach nimmst du deine Akkordfolge auf – einmal neutral, einmal mit bewusst eingesetzter Dynamik – und hörst dir das Ergebnis an. Zum Abschluss überprüfst du deinen Fortschritt: Wechselst du die Akkorde flüssig, erkennst du den Unterschied zwischen Dur und Moll und kannst du einen Song begleiten? Wenn ja, bist du bereit für Woche 4.

Woche 3 · Detaillierter Tagesplan

🎼 30 Minuten täglich – Tag für Tag

📅 Tag 15 · C-Dur Akkord

10 Min.

Technik: C-Dur Dreiklang mit rechter Hand: Finger 1–3–5 auf C–E–G. Alle drei Töne gleichzeitig drücken, halten, loslassen. Auf gleichmäßigen Anschlag aller drei Finger achten – keiner darf dominieren.

10 Min.

Stück: C-Dur Akkord 8× gleichmäßig schlagen, Metronom Tempo 60. Dann abwechselnd: C-Akkord rechts, Grundton C links. Ziel: beide Hände gleichzeitig, entspannt.

10 Min.

Theorie: Was ist ein Dur-Dreiklang? Aufbau: Grundton + große Terz + Quinte. C–E–G auf dem Notenblatt einzeichnen. Den „hellen“, fröhlichen Klangcharakter von Dur bewusst wahrnehmen.

📅 Tag 16 · G-Dur & erster Wechsel

10 Min.

Technik: G-Dur Dreiklang rechte Hand: Finger 1–3–5 auf G–B–D. Erst alleine üben, dann im Wechsel mit C-Dur. Welcher Finger bewegt sich am meisten? Darauf konzentrieren.

10 Min.

Stück: C–G–C–G Akkordwechsel rechts, Tempo 52. Immer 2 Takte C, 2 Takte G. Linke Hand: Grundtöne C und G im Wechsel auf Zählzeit 1. Langsam und präzise.

10 Min.

Theorie: G-Dur Dreiklang auf dem Notenblatt: G–H–D einzeichnen. Die Note H (B) auf der Tastatur und im Notenblatt einprägen – sie liegt zwischen A und C.

📅 Tag 17 · Am – der erste Moll-Akkord

10 Min.

Technik: A-Moll Dreiklang rechts: Finger 1–3–5 auf A–C–E. Vergleich direkt: C-Dur spielen, dann Am – den Unterschied im Klang bewusst hören. Moll klingt „dunkler“, nachdenklicher.

10 Min.

Stück: C–G–Am–Am Akkordfolge rechts üben, Tempo 50. Linke Hand: Grundtöne C–G–A–A auf Zählzeit 1. Beim Wechsel zu Am: Finger 1 springt von G nach A – das ist die schwierigste Stelle.

10 Min.

Theorie: Dur vs. Moll: Was ist der Unterschied? Kleine Terz (3 Halbtöne) vs. große Terz (4 Halbtöne). A–C = 3 Halbtöne = Moll. C–E = 4 Halbtöne = Dur. An der Tastatur auszählen.

📅 Tag 18 · F-Dur & die komplette Progression

10 Min.

Technik: F-Dur Dreiklang rechts: Finger 1–3–5 auf F–A–C. Achtung: Finger 5 landet auf dem nächsten C – eine Oktave über dem Ausgangspunkt. Alle vier Akkorde C–G–Am–F einzeln und im Wechsel.

10 Min.

Stück: I–V–VI–IV Progression: C–G–Am–F komplett durchspielen, 4 Takte je Akkord, Tempo 50. Linke Hand: Grundtöne C–G–A–F auf Zählzeit 1. Ziel: einmal komplett ohne Stopp.

10 Min.

Theorie: Stufenbezeichnungen: I = C, IV = F, V = G, VI = Am in C-Dur. Diese Zahlen funktionieren in jeder Tonart gleich – das Prinzip einmal verstehen, überall anwenden.

📅 Tag 19 · Dynamik & Ausdruck

10 Min.

Technik: Legato-Akkorde üben: Vom C-Akkord zum G-Akkord so wechseln, dass kein Loch entsteht. Gemeinsame Töne liegen lassen (G ist in beiden Akkorden – Finger 5 bleibt!). Das spart Bewegung und klingt fließend.

10 Min.

Stück: C–G–Am–F einmal piano (leise), einmal forte (laut), einmal mit Crescendo von C bis F. Denselben Akkordwechsel dreimal spielen – völlig unterschiedliche Wirkung durch Dynamik allein.

10 Min.

Theorie: Dynamikzeichen kennenlernen: pp, p, mp, mf, f, ff sowie Crescendo (←) und Decrescendo (→). Im Notenblatt suchen und beim nächsten Üben bewusst umsetzen.

📅 Tag 20 · Ersten Song begleiten

10 Min.

Technik: Akkordwechsel auf Zeit: Metronom Tempo 60, alle 4 Schläge ein neuer Akkord. C–G–Am–F–C–G–Am–F ohne Stopp. Wer stolpert, geht auf Tempo 54 zurück.

10 Min.

Stück: Einen bekannten Song mit C–G–Am–F begleiten (z.B. „Let Her Go“, „Someone Like You“ oder „Tage wie diese“). Nur Akkorde, kein Melodiespiel – einfach mitspielen und den Zusammenhang spüren.

10 Min.

Theorie: Akkordnotation kennenlernen: C, Cm, G, Am, F – was bedeuten die Buchstaben & Symbole in Leadsheets und Tabs? Erste Begegnung mit der Akkord-Kurzschreibweise.

📅 Tag 21 · Wochenrückblick & Aufnahme

10 Min.

Technik: Alle vier Akkorde blind greifen – Augen zu, Akkordname wird genannt, sofort spielen. C, G, Am, F in zufälliger Reihenfolge. Ziel: unter 1 Sekunde Reaktionszeit pro Akkord.

10 Min.

Stück: C–G–Am–F aufnehmen: einmal nur Akkorde, einmal mit Dynamik (piano–forte–piano). Aufnahme anhören – klingen die Akkordwechsel fließend? Hört man die Dynamik?

10 Min.

Rückblick: Kannst du C–G–Am–F flüssig wechseln? Weißt du, wie Dur & Moll sich unterscheiden? Hast du heute einen echten Song begleitet? → Wenn ja: Woche 4 kann starten.

🎯

Ziel nach Tag 21: Du wechselst C–G–Am–F flüssig, kennst den Unterschied zwischen Dur und Moll und hast deinen ersten Song begleitet.

Klavieranfängerin übt Akkordfolge auf einem E-Piano
Akkorde machen dein Klavierspiel voller und musikalischer.

Die vier wichtigsten Akkorde

Mit nur vier Akkorden kannst du über 100 Songs begleiten. Das ist kein Versprechen – das ist Musiktheorie.

C-Dur, G-Dur, Am und F-Dur bilden die Grundlage eines Großteils der westlichen Popmusik, und genau diese vier Akkorde stehen in Woche 3 im Mittelpunkt. Du lernst sie einzeln zu greifen, flüssig zu wechseln und mit der linken Hand zu begleiten.

Wer die I–V–VI–IV Progression einmal im Ohr hat, erkennt sie plötzlich überall – in Charts, Filmmusik und Klassikern gleichermaßen. Akkorde zu spielen bedeutet ab jetzt: Musik machen, nicht nur üben.

Fazit: Woche 3 öffnet dir die Tür zum freien Spielen

Wer Woche 3 konsequent durchläuft, macht den nächsten großen Schritt: vom Nachspielen hin zum echten Begleiten. Du wechselst Akkorde, verstehst den Unterschied zwischen Dur und Moll und kannst mit der Akkordfolge C–G–Am–F bereits viele Songs begleiten. Das klingt vielleicht noch nicht immer flüssig, ist aber genau die Grundlage, auf der fast alle Pop-Songs aufbauen.

Hör dir deine Aufnahme von Tag 21 in ein paar Wochen noch einmal an und vergleiche sie mit deinem späteren Spiel. Du wirst merken, wie selbstverständlich dir die Akkordwechsel geworden sind – nicht weil es einfach war, sondern weil du drangeblieben bist. Genau hier entsteht das Gefühl, wirklich frei Klavier spielen zu können.

👉 Zurück zum 30-Tage-Plan: Akkorde & Klavierspielen lernen für Anfänger

Markus Bischofberger

Mit über 30 Jahren Erfahrung im Klavier- und Keyboardunterricht hat unser Autor bereits hunderten Anfängern dabei geholfen, das richtige Instrument zu finden und die Freude am Spiel zu entdecken. Als Experte für Digitalpianos liegt ihm besonders am Herzen, Schülern den Weg durch den Technik-Dschungel zu ebnen – ehrlich, praxisnah und immer mit dem Blick auf den langfristigen Lernerfolg. Erfahre hier mehr über meine Philosophie und die Entstehung von E-PIANO TEST.

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