In meinem Kawai ES-520 Test zeige ich, warum dieses portable Digitalpiano in seiner Preisklasse überraschend viel leistet – und für wen es wirklich die richtige Wahl ist.
Mit seiner präzisen RHC II Tastatur, den ausdrucksstarken Flügelklängen und dem kraftvollen 40-Watt-Onkyo-Lautsprechersystem setzt es Maßstäbe, die ich so unter 1.000 Euro nicht erwartet hätte.
Als Klavierlehrer mit über 30 Jahren Erfahrung verrate ich dir außerdem, ab wann das Topmodell ES-920 die bessere Wahl ist.
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Inhaltsverzeichnis
- Kawai ES-520: Die goldene Mitte der ES-Serie
- Welche Verbesserungen bietet das Kawai ES-520 gegenüber dem Vorgänger?
- Kawai ES-520: Intuitive Bedienung
- Kawai ES-520: Spielgefühl und Tastaturqualität
- Hochwertige Pianoklänge für diese Preisklasse
- Leistungsstarkes Lautsprechersystem
- Kawai ES-520 vs. ES-920: Wo liegen die Unterschiede?
- Meine Empfehlung als Klavierlehrer: Für wen ist das ES-520 geeignet?
- Breite Auswahl an Anschlüssen
- Mit welchen Extras punktet das Kawai ES-520?
- Fazit zum Kawai ES-520

Kawai ES-520: Die goldene Mitte der ES-Serie
Das ES-520 ist Kawais portables Digitalpiano im mittleren Preissegment und nimmt innerhalb der ES-Serie die ideale goldene Mitte ein. Es bietet deutlich mehr klangliche Tiefe und Bedienkomfort als das Einstiegsmodell ES-120, ohne so kostspielig wie das Topmodell ES-920 zu sein.
Mit einem Gewicht von nur 14,5 kg gehört es zu den leichtesten Digitalpianos seiner Klasse – und das, obwohl es eine vollwertige Hammermechanik und ein leistungsstarkes Lautsprechersystem an Bord hat. Es eignet sich sowohl für das tägliche Üben zu Hause als auch für den mobilen Einsatz auf der Bühne oder im Unterricht.
Welche Verbesserungen bietet das Kawai ES-520 gegenüber dem Vorgänger?
Im Vergleich zu seinem Vorgänger wurde das ES-520 in mehreren Punkten weiterentwickelt:
Bluetooth-Konnektivität: Das ES-520 verfügt jetzt auch über Bluetooth – sowohl für MIDI als auch für Audio. Das ermöglicht die kabellose Verbindung mit Smartphones, Tablets und der PianoRemote App sowie das drahtlose Streamen von Musik über die integrierten Lautsprecher.
Überarbeitetes Lautsprechersystem: Das neue 40-Watt-Lautsprechersystem entstand in Kooperation mit Onkyo und liefert für ein Instrument dieser Klasse einen erstaunlich voluminösen und klaren Klang.
Modernes Design: Das ES-520 kommt in einem zeitgemäßen, schlanken Gehäuse mit übersichtlich angeordneten Bedienelementen und einer gut lesbaren Anzeige.
Kawai ES-520: Intuitive Bedienung
Die Bedienung des ES-520 ist klar strukturiert und auch ohne Blick ins Handbuch schnell zu erschließen. Die wesentlichen Funktionen sind direkt über die Bedienoberfläche erreichbar, was besonders auf der Bühne ein großer Vorteil ist.
Wer tiefer in die Klangeinstellungen einsteigen möchte, greift zur kostenlosen PianoRemote App, die für iOS und Android verfügbar ist. Über sie lassen sich Sounds auswählen, der Recorder steuern und der Virtual Technician aufrufen – eine Funktion, die Klangparameter wie Saitenresonanz, Dämpfergeräusch oder die Position des Flügeldeckels individuell anpassbar macht.
Für den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen ist die direkte Bedienung am Gerät jedoch vollkommen ausreichend und im Live-Betrieb klar der bevorzugte Weg.

Kawai ES-520: Spielgefühl und Tastaturqualität
Das ES-520 verwendet die Responsive Hammer Compact II (RHC II) Tastatur mit Dreifach-Sensorsystem, die im Test einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.
Die drei Sensoren pro Taste ermöglichen eine präzise Erkennung auch schneller Repetitionen, wie sie etwa in klassischen Stücken oder beim Jazz häufig vorkommen. Die graduierte Tastatur – schwerer gewichtete Tasten in der Basslage, leichtere in den Höhen – entspricht dem Vorbild eines akustischen Flügels und verleiht dem Spiel eine natürliche Balance.
Die Tastatur ist insgesamt leichtgängiger ausgelegt als die RH III des ES-920. Für Spieler, die noch an ihrer Fingerkraft arbeiten oder eine schnelle, reaktionsfreudige Mechanik schätzen, ist das ein echter Vorteil. Für ambitionierte Einsteiger und Jazz-Pianisten ist die RHC II deshalb eine hervorragende Wahl.
Im direkten Vergleich mit dem ES-920 zeigen sich allerdings klare Unterschiede: Die RH III-Tastatur des Topmodells verfügt über Gegengewichte in jeder einzelnen Taste, was für eine bessere Rückfederungsdynamik und ein insgesamt „schwereres“, klavierähnlicheres Spielgefühl sorgt.
Hinzu kommt die Druckpunktsimulation (Let-off) des ES-920, die den physischen Widerstand eines echten Flügels beim langsamen Niederdrücken der Tasten imitiert – eine Funktion, die beim ES-520 nicht vorhanden ist.
Auch die Ivory-Touch-Oberfläche der RH III, die Feuchtigkeit absorbiert und mehr Griffigkeit bietet, fehlt dem ES-520; dessen Tasten haben eine mattierte Kunststoffoberfläche, die zwar funktional ist, sich aber anders anfühlt.
Wer anspruchsvolle klassische Literatur spielt und auf feinste Nuancen im Pianissimo angewiesen ist, wird diese Unterschiede spüren. Für alle anderen ist die RHC II bereits eine bemerkenswert gute Tastatur, die weit über dem liegt, was man in dieser Preisklasse erwarten würde.
Ein kleiner Wermutstropfen: Beim Rückschnellen der Tasten in die Ruheposition erzeugt die Mechanik ein leicht klickendes Geräusch, das in ruhigen Umgebungen wahrnehmbar ist.

Hochwertige Pianoklänge für diese Preisklasse
Der Klang des ES-520 hat mich beim Test ehrlich gesagt überrascht – und zwar positiv. Kawai setzt hier die Harmonic Imaging (PHI) Klangerzeugung mit 192-stimmiger Polyphonie ein, und das Ergebnis ist für diese Preisklasse überdurchschnittlich gut.
Das Aushängeschild ist das „Piano 1″ (SK ConcertGrand auf Basis des Shigeru Kawai SK-EX), das sich im Test sehr ausdrucksstark spielen ließ. Was mich dabei besonders beeindruckt hat: Die Dynamik ist so fein abgestuft, dass man selbst für sehr zarte, leise Passagen nicht zu einem „weicheren“ Sound wechseln muss. Das Instrument reagiert direkt und nuanciert auf unterschiedliche Anschlagstärken – von kraftvollen Fortissimo-Passagen bis zu hauchzarten Pianissimo-Stellen. Diese Qualität würde ich sonst eher bei Instrumenten jenseits der 1.000-Euro-Grenze erwarten.
Die beiden Hauptflügelklänge Shigeru Kawai SK-EX und Kawai EX klingen brillant und detailreich. Über die Virtual-Technician-Funktion lassen sich noch Klangnuancen wie Saitenresonanz, Dämpfergeräusche und die simulierte Position des Flügeldeckels individuell einstellen, was den Realismus des Klangs noch einmal steigert.
Im Vergleich zum ES-920 zeigen sich erwartbare Unterschiede: Das Topmodell verwendet Harmonic Imaging XL (HI-XL) mit längeren Samples und einer höheren Klangauflösung. Im direkten Hörvergleich wirkt der Sound des ES-920 etwas detailreicher, und das Ausklingen bei gehaltenen Akkorden ist natürlicher und lebendiger.
Auch das SK-5-Flügel-Sample, das dem ES-920 vorbehalten ist, fehlt beim ES-520. Die 256-stimmige Polyphonie des ES-920 macht sich etwa bei komplexen schnellen Läufen mit durchgehaltenem Dämpferpedal bemerkbar. Beim normalen Spielen reicht die 192-stimmige Polyphonie des ES-520 jedoch vollkommen aus.
Insgesamt bietet das ES-520 klanglich ein sehr hohes Niveau, das für die meisten Spielsituationen im Heim- und Bühnenbereich mehr als ausreichend ist.

Leistungsstarkes Lautsprechersystem
Eine der größten Überraschungen beim Test war das Lautsprechersystem. Das 40-Watt-System, das Kawai in Zusammenarbeit mit Onkyo entwickelt hat, liefert einen voluminösen, klaren und differenzierten Klang, den man von einem kompakten Portable Piano schlicht nicht erwartet.
Besonders beeindruckend: Das ES-520 lässt sich auch als hochwertige Stereoanlage nutzen. Musik vom Smartphone lässt sich per Bluetooth kabellos über die Klavierlautsprecher streamen – und das klingt nicht wie eine Notlösung, sondern tatsächlich wie eine anständige Stereoanlage. Beim Mitspielen zu Online-Lektionen oder Backing Tracks ist das ein echter Gewinn.
Ein kleiner Abzug: Im Vergleich zu den klaren Mitten und Höhen fehlt dem Lautsprechersystem etwas Bassfundament. Wer tiefe, volle Basslinien erwartet, wird hier leichte Abstriche machen müssen.
Kawai ES-520 vs. ES-920: Wo liegen die Unterschiede?
Für alle, die zwischen den beiden Modellen abwägen, hier die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Kawai ES-520 und dem Kawai ES-920 auf einen Blick:
Kawai ES-Serie – Direktvergleich
ES-520 vs. ES-920: Die wichtigsten Unterschiede
Preise können je nach Händler abweichen. Stand: 2026.
Mein Fazit zum Vergleich: Wer vorwiegend klassische Literatur spielt und die feinste Kontrolle über Anschlag und Dynamik braucht, ist mit dem ES-920 besser bedient. Für alle anderen – ambitionierte Einsteiger, Jazz-Pianisten und Spieler, die ein flexibles Bühneninstrument suchen – bietet das ES-520 ein außerordentlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine Qualität, die für den Alltag mehr als ausreicht.

Meine Empfehlung als Klavierlehrer: Für wen ist das ES-520 geeignet?
Mit über 30 Jahren Unterrichtserfahrung kann ich sagen: Das Kawai ES-520 ist eines der überzeugendsten Instrumente, das ich ambitionierten Einsteigern und fortgeschrittenen Schülern empfehlen kann. Es ist das ideale Arbeitstier für den Unterrichtsalltag – und das aus mehreren Gründen.
Die leichtgängige RHC II Tastatur ist für Anfänger pädagogisch ein echter Vorteil. Wer noch am Aufbau der Fingerkraft arbeitet, ermüdet weniger schnell und kann länger konzentriert üben. Das ist gerade in den ersten Monaten wichtiger, als viele denken. Die Hammermechanik vermittelt dabei trotzdem ein authentisches Spielgefühl, das den Übergang auf ein akustisches Klavier später nicht erschwert.
Motivierend wirkt auch der ausdrucksstarke Flügelklang über das kraftvolle Lautsprechersystem. Schüler, die gut klingen, üben lieber – das erlebe ich in meinem Unterricht immer wieder. Hinzu kommt die Bluetooth-Audio-Funktion, die für meine jüngeren Schüler ein echter Gamechanger ist: Sie können Übungsvideos oder Online-Lektionen direkt vom Smartphone über die Klavierlautsprecher abspielen, ohne Adapter oder Kabel. Das senkt die Hemmschwelle für das tägliche Üben.
Praktisch im Unterricht ist auch der Vierhand-Modus, mit dem Lehrer und Schüler gleichzeitig in derselben Lage spielen können. Und die Panel-Lock-Funktion verhindert, dass Schüler während des Spielens versehentlich Einstellungen verstellen – wer das einmal erlebt hat, weiß, wie nervenraubend das ohne diese Funktion sein kann.
Wann empfehle ich lieber das ES-920? Sobald ein Schüler ein sehr fortgeschrittenes Niveau erreicht und anspruchsvolle klassische Literatur spielt, bei der feinste Kontrolle im Pianissimo und bei schnellen Repetitionen entscheidend ist, bietet die RH III Tastatur des ES-920 mit ihrer Druckpunktsimulation und den Gegengewichten eine spürbar höhere Spielpräzision. Auch wer Aufnahmen unkompliziert als WAV oder MP3 auf einen USB-Stick sichern möchte – zum Beispiel um sie per E-Mail an einen Lehrer zu schicken – braucht das ES-920. Für alle anderen ist das ES-520 eine hervorragende Wahl, bei der man keinerlei Kompromisse eingehen muss, die den Lernfortschritt beeinträchtigen würden.

Breite Auswahl an Anschlüssen
Das ES-520 ist für ein Instrument dieser Preisklasse gut ausgestattet:
Vorderseite: Zwei Kopfhöreranschlüsse – eine 3,5-mm- und eine 6,3-mm-Klinkenbuchse – direkt unterhalb der Tastatur. Kein Adapter nötig, kein lästiges Suchen – ein kleines, aber sehr praxisnahes Detail.
Rückseite: Stereoausgang (6,3 mm) für den Anschluss an Verstärker oder externe Lautsprecher, ein Line-In (3,5 mm) für Smartphone oder externe Geräte, ein MIDI-Ein- und Ausgang, ein USB-to-Host-Anschluss für die Verbindung mit Computer oder Tablet sowie Anschlüsse für Pedal und Netzteil.
Zusätzlich ist das ES-520 mit Bluetooth ausgestattet – sowohl für MIDI als auch für Audio – was kabellose Verbindungen mit der PianoRemote App und externen Geräten ermöglicht.
Mit welchen Extras punktet das Kawai ES-520?
Virtual Technician: Über die App lassen sich Klangparameter wie Saitenresonanz, Intonation und Dämpfergeräusche individuell anpassen – eine Funktion, die in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist.
Vierhand-Modus: Lehrer und Schüler können gleichzeitig in derselben Lage spielen – ideal für den Einzelunterricht.
Recorder: Das ES-520 verfügt über eine interne Aufnahmefunktion für MIDI-Songs (eine Spur). Eine direkte Audio-Aufnahme auf USB-Speicher, wie sie das ES-920 bietet, ist hier nicht möglich – das ist ein spürbarer Unterschied für alle, die ihre Aufnahmen ohne Computer festhalten möchten.
Bluetooth Audio/MIDI: Kabellose Verbindung mit Smartphones und Tablets – für den Unterricht, das Streamen von Musik und die App-Steuerung gleichermaßen praktisch.

Fazit zum Kawai ES-520
Das Kawai ES-520 ist ein rundum überzeugendes Portable Piano, das in seiner Preisklasse kaum Wünsche offen lässt. Die Kombination aus präziser RHC II Tastatur, hochwertigen PHI-Klavierklängen und dem kraftvollen 40-Watt-Onkyo-Lautsprechersystem ergibt ein Instrument, das weit über den Erwartungen in diesem Preissegment liegt.
Besonders beeindruckt hat mich im Test die feine dynamische Kontrolle des Hauptklavierklangs – eine Qualität, die ich sonst eher bei deutlich teureren Instrumenten antreffe. Dazu kommt das überzeugende Bluetooth-Audio, das das ES-520 auch als vollwertigen Musikplayer nutzbar macht.
Wer den letzten Feinschliff beim Spielgefühl sucht und auf Druckpunktsimulation, Ivory-Touch-Oberfläche und Audio-Recording nicht verzichten möchte, greift zum ES-920. Für alle anderen ist das ES-520 eine hervorragende Wahl – leicht, klanglich stark und flexibel einsetzbar.
Vorteile und Nachteile des Kawai ES-520
Besonders positive Merkmale:
Präzise RHC II Tastatur: Das 3-Sensoren-System ermöglicht exzellente Repetition und ein authentisches, graduiert gewichtetes Spielgefühl – für diese Preisklasse bemerkenswert.
Starker Onkyo-Sound: Die Kombination aus hochwertigen PHI-Flügelklängen und dem kraftvollen 40-Watt-Lautsprechersystem sorgt für ein überraschend voluminöses Klangerlebnis.
Maximale Flexibilität: Dank nur 14,5 kg Gewicht und Bluetooth-Konnektivität (Audio/MIDI) ist es der ideale Begleiter für das Üben zu Hause und den mobilen Einsatz.
Einschränkungen:
Bassfundament: Die Lautsprecher liefern zwar hohe Maximallautstärke, lassen aber im Vergleich zu den klaren Mitten und Höhen einen kräftigeren Bass vermissen.
Mechanische Tastaturgeräusche: Die RHC II Mechanik erzeugt beim Zurückschnellen der Tasten ein leicht klickendes Geräusch, das in ruhigen Umgebungen wahrnehmbar ist.
Eingeschränkter Recorder: Die Aufnahmefunktion ist auf eine MIDI-Spur begrenzt; eine direkte Audio-Aufnahme (WAV oder MP3) auf USB-Speicher ist nicht möglich.

Optionales Zubehör zum Kawai ES-520
Das Kawai ES-520 lässt sich mit folgendem Zubehör ergänzen:
Unterbau HM-5: Verwandelt das ES-520 in ein Digitalpiano im klassischen Design, erhältlich in Schwarz und Weiß.
Dreifach-Pedaleinheit F-302: Bietet die Funktionalität von drei Pedalen (Sustain, Soft, Sostenuto) und wird zusammen mit dem HM-5 montiert.