Woche 3 ist der Moment, in dem du vom Spielen ins Begleiten kommst – mit Akkorden klingt dein Klavier plötzlich wie echte Musik. Anfangs wirken die Wechsel noch ungewohnt, aber genau hier entsteht dein musikalisches Verständnis.
Dieser Tagesplan führt dich Schritt für Schritt dorthin, dass du am Ende der Woche deinen ersten Song mit Akkorden begleiten kannst.
Woche 3: Der Schritt vom Spielen zum Begleiten
In der dritten Woche passiert etwas Entscheidendes: Du verlässt das reine Nachspielen und beginnst, Musik wirklich zu verstehen. Mit den ersten Akkorden entsteht plötzlich die Fähigkeit, Songs zu begleiten und harmonisch zu denken.
Viele Anfänger merken hier, dass die Wechsel zwischen Akkorden anfangs noch holprig sind und Konzentration erfordern. Genau hier lohnt es sich, geduldig zu bleiben – denn mit jedem Durchgang werden deine Bewegungen flüssiger und automatischer.
Wer sich in dieser Woche Zeit nimmt, die Akkorde sauber zu greifen und bewusst zu wechseln, wird schnell Fortschritte spüren. Am Ende begleitest du deinen ersten Song – und das ist ein riesiger Schritt in Richtung freies Klavierspiel.

Dein detaillierter Tagesplan für Woche 3
Woche 3 beginnt an Tag 15 mit deinem ersten Akkord – dem C-Dur-Dreiklang. Du setzt die rechte Hand auf C–E–G und spielst alle drei Töne gleichzeitig, achtest dabei besonders auf einen gleichmäßigen Anschlag. Danach wiederholst du den Akkord im gleichmäßigen Tempo und kombinierst ihn mit dem Grundton C in der linken Hand. In der Theorie lernst du, wie ein Dur-Dreiklang aufgebaut ist und warum er so „hell“ klingt.
An Tag 16 kommt mit G-Dur der erste Akkordwechsel dazu. Du übst zunächst den neuen Griff auf G–H–D und wechselst dann bewusst zwischen C und G hin und her. Dabei merkst du schnell, welche Finger sich bewegen müssen und welche liegen bleiben können. Anschließend spielst du einfache Wechsel zwischen beiden Akkorden, während die linke Hand die passenden Grundtöne ergänzt. In der Theorie festigst du die Note H auf der Tastatur und im Notensystem.
Tag 17 bringt mit A-Moll deinen ersten Moll-Akkord ins Spiel. Du vergleichst direkt den Klang von C-Dur und A-Moll und entwickelst ein Gefühl für den Unterschied zwischen „hell“ und „dunkler“. Danach übst du eine kleine Akkordfolge mit C, G und A-Moll und koordinierst dazu die Grundtöne in der linken Hand. In der Theorie lernst du den Unterschied zwischen großer und kleiner Terz kennen.
An Tag 18 ergänzt du mit F-Dur den vierten Akkord und spielst damit zum ersten Mal eine komplette Akkordfolge: C–G–Am–F. Du übst jeden Akkord einzeln und verbindest sie dann zu einer durchgehenden Folge. Ziel ist es, die gesamte Progression ruhig und ohne Unterbrechung zu spielen. In der Theorie verstehst du die sogenannten Stufen (I, IV, V, VI) und erkennst, dass dieses Prinzip in vielen Songs verwendet wird.
Tag 19 steht im Zeichen von Ausdruck und Dynamik. Du übst, Akkorde fließend miteinander zu verbinden, ohne hörbare Lücken entstehen zu lassen. Anschließend spielst du dieselbe Akkordfolge bewusst leise, laut und mit steigender Lautstärke. So merkst du, wie stark sich Musik allein durch Dynamik verändert. In der Theorie lernst du die wichtigsten Dynamikangaben und ihre Bedeutung kennen.
An Tag 20 wendest du alles Gelernte praktisch an und begleitest deinen ersten echten Song. Du wechselst die Akkorde im gleichmäßigen Tempo und versuchst, im Fluss zu bleiben, auch wenn kleine Fehler passieren. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern darum, das Zusammenspiel zu erleben. In der Theorie lernst du die Akkordschreibweise kennen, wie sie in Leadsheets und Songs verwendet wird.
Tag 21 rundet die Woche ab. Du trainierst, die Akkorde sicher und ohne Nachdenken zu greifen, und spielst sie in verschiedenen Reihenfolgen. Danach nimmst du deine Akkordfolge auf – einmal neutral, einmal mit bewusst eingesetzter Dynamik – und hörst dir das Ergebnis an. Zum Abschluss überprüfst du deinen Fortschritt: Wechselst du die Akkorde flüssig, erkennst du den Unterschied zwischen Dur und Moll und kannst du einen Song begleiten? Wenn ja, bist du bereit für Woche 4.

Die vier wichtigsten Akkorde
Mit nur vier Akkorden kannst du über 100 Songs begleiten. Das ist kein Versprechen – das ist Musiktheorie.
C-Dur, G-Dur, Am und F-Dur bilden die Grundlage eines Großteils der westlichen Popmusik, und genau diese vier Akkorde stehen in Woche 3 im Mittelpunkt. Du lernst sie einzeln zu greifen, flüssig zu wechseln und mit der linken Hand zu begleiten.
Wer die I–V–VI–IV Progression einmal im Ohr hat, erkennt sie plötzlich überall – in Charts, Filmmusik und Klassikern gleichermaßen. Akkorde zu spielen bedeutet ab jetzt: Musik machen, nicht nur üben.
Fazit: Woche 3 öffnet dir die Tür zum freien Spielen
Wer Woche 3 konsequent durchläuft, macht den nächsten großen Schritt: vom Nachspielen hin zum echten Begleiten. Du wechselst Akkorde, verstehst den Unterschied zwischen Dur und Moll und kannst mit der Akkordfolge C–G–Am–F bereits viele Songs begleiten. Das klingt vielleicht noch nicht immer flüssig, ist aber genau die Grundlage, auf der fast alle Pop-Songs aufbauen.
Hör dir deine Aufnahme von Tag 21 in ein paar Wochen noch einmal an und vergleiche sie mit deinem späteren Spiel. Du wirst merken, wie selbstverständlich dir die Akkordwechsel geworden sind – nicht weil es einfach war, sondern weil du drangeblieben bist. Genau hier entsteht das Gefühl, wirklich frei Klavier spielen zu können.
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