Der Kawai CA-701 Test zeigt, wie nah ein modernes Digitalpiano dem Spielgefühl eines echten Konzertflügels kommen kann – ganz ohne Platzprobleme oder Wartungsaufwand.
Wenn du davon träumst, zu Hause authentisch Klavier zu spielen, ohne Nachbarn zu stören, bietet dieses Modell eine überzeugende Lösung.
Das Kawai CA-701 vereint hochwertige Technik mit realistischem Spielgefühl und richtet sich damit an anspruchsvolle Pianisten.
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Das Kawai CA-701 ist ein Digitalpiano der gehobenen Mittelklasse, das mit einer echten Holztastatur, zwei aufwendig gesampelten Shigeru Kawai Konzertflügel-Klängen und einem modernen 6-Lautsprecher-System mit 360°-Diffusoren ausgestattet ist.
Es bietet damit ein Spielgefühl, das selbst erfahrene Pianistinnen und Pianisten begeistert. Was das im Detail bedeutet, welche Stärken das Instrument hat und für wen es sich besonders lohnt, erfährst du in unserem ausführlichen Test.

Grand Feel III – die Holztastatur, die wirklich einen Unterschied macht
Viele Digitalpianos simulieren das Gefühl einer Klaviertastatur mit Kunststoffmechaniken. Das CA-701 geht einen entscheidenden Schritt weiter: Alle 88 Tasten bestehen aus echtem Massivholz und sind auf einem Waagebalken gelagert – genau wie bei einem akustischen Flügel. Die Grand Feel III (GFIII) Holztastatur ist die neueste und ausgefeilteste Holztastenmechanik, die Kawai bislang gebaut hat.
Warum die Tastenlänge beim Digitalpiano entscheidend ist
Was macht das im Spielalltag aus? Zunächst die Tastenlänge: Die GFIII hat die längsten Tasten aller aktuellen Digitalpianos. Das klingt nach einem technischen Detail, macht sich aber sofort im Spieltest bemerkbar. Beim Spielen ist der Tastenhub genau zu spüren und dynamische Feinheiten lassen sich präzise umsetzen.
Graduierte Gewichtung und Gegengewichte im Detail
Dazu kommt die graduierte Gewichtung: Die Tasten im Bass sind etwas schwerer, die im Diskant (den hohen Tönen) etwas leichter – genau wie bei einem echten Flügel. Damit die Balance zwischen kräftigem Fortissimo und zartem Pianissimo gut funktioniert, ohne dass die Hände ermüden, hat Kawai in alle 88 Tasten Gegengewichte eingebaut. Das sind kleine Gewichte im vorderen Tastenbereich, die das Rückfedern der Taste natürlicher machen.
Druckpunktsimulation (Let-off): Feinste Kontrolle wie beim Flügel
Besonders beeindruckend ist die Druckpunktsimulation, die bei Kawai als „Let-off“ bezeichnet wird. Bei einem echten Flügel gibt es beim langsamen Durchdrücken einer Taste einen leichten Widerstandspunkt – den Moment, in dem der Hammer ausgelöst wird. Genau dieses feine Klicken simuliert das CA-701, was vor allem beim Pianissimo-Spiel für eine präzisere Kontrolle sorgt. Wer schon mal auf einem hochwertigen Konzertflügel gespielt hat, wird dieses Gefühl sofort wiedererkennen.
Ivory Touch, Ebony Touch und Sensorsystem erklärt
Die Oberflächen der Tasten bestehen aus synthetischem Elfenbein (Ivory Touch) und Ebenholz (Ebony Touch) – einem porösen Verbundstoff, der Feuchtigkeit und Schweiß absorbiert. Das Ergebnis: Die Tasten bleiben griffig, auch wenn es beim langen Üben etwas intensiver wird. Ein dreifaches Sensorsystem sorgt zudem dafür, dass auch schnelle Wiederholungen der gleichen Taste (Repetitionen) zuverlässig erkannt werden.
Kawai CA-701 vs. Yamaha CLP-845: Wer bietet das bessere Spielgefühl?
Im direkten Vergleich mit dem Yamaha CLP-845 – einem starken Mitbewerber in ähnlicher Preisklasse, den wir auch kürzlich getestet haben, punktet das CA-701 klar bei der Tastatur. Die längeren Holztasten und die Gesamtmechanik fühlen sich weniger „digital“ an. Das Spielgefühl verschmilzt mit dem Instrument auf eine Art, die den Übergang zum akustischen Klavier erheblich erleichtert.

SK-EX Rendering – wenn Sampling auf Physical Modelling trifft
Ein tolles Spielgefühl allein reicht nicht – es braucht auch einen Klang, der dazu passt. Beim Klang setzt Kawai auf ein zweigliedriges Konzept, das zwei moderne Technologien miteinander verbindet:
Sampling: Der Shigeru Kawai SK-EX als Klangbasis
Sampling bedeutet, dass ein echter Konzertflügel – in diesem Fall der weltbekannte Shigeru Kawai SK-EX – in möglichst vielen Details aufgezeichnet wird. Beim CA-701 wurden alle 88 Tasten einzeln und mit mehreren Mikrofonen aus verschiedenen Positionen aufgenommen, um ein möglichst vollständiges Klangbild einzufangen.
SK-EX Rendering im Test: Wie realistisch klingt das CA-701?
Physical Modelling ergänzt diese Aufnahmen: Statt nur statische Samples abzuspielen, berechnet das System in Echtzeit, wie sich Saiten, Pedale und das Gehäuse eines echten Flügels gegenseitig beeinflussen. So entstehen natürliche Resonanzen, die das Klangbild lebendig und organisch machen.
Das Ergebnis heißt SK-EX Rendering – und klingt im Test tatsächlich kaum noch von einem akustischen Instrument zu unterscheiden.
Zwei Klangwelten: Competition Grand vs. Concert Grand
Das CA-701 bietet dabei zwei Varianten des SK-EX Konzertflügels:
SK-EX Competition Grand: Kraftvoll, offen, brilliant – dieser Klang wurde aus der Spielerposition aufgenommen und hat einen direkten Tonansatz mit großer Dynamik. Im Test überzeugte er besonders für klassische Literatur, bei der ein klar definierter Anschlag gefragt ist.
SK-EX Concert Grand: Wärmer, runder, intimer – aus der Zuhörerperspektive aufgenommen und dadurch eleganter und detailreicher im Charakter. Hier gefiel das CA-701 beim Spielen von Klavierstücken der romantische Literatur und Kammermusik.
Zusätzlich gibt es weitere Klangcharaktere wie den EX Concert Grand (klassisch-luxuriöser Flügelklang), den SK-5 (brillanter Mittelflügel) sowie verschiedene Rendering-Variationen innerhalb des SK-EX-Systems: Classic (breite Dynamik), Romantic (weicherer Anschlag) und Rich (intensive Resonanzen).
Resonanzen im Detail: Warum das CA-701 so authentisch klingt
Besonders spannend ist das Resonanzverhalten des CA-701. Das System simuliert gleichzeitig mehrere Arten von Resonanzen: Saitenresonanz (Saiten, die mitschwingen, ohne angeschlagen zu werden), Dämpferresonanz (wenn das Haltepedal gedrückt wird), Gehäuseresonanz und sogar die sogenannte Aliquot-Resonanz – ein Effekt, bei dem Saiten in ihren oberen Teiltönen mitschwingen und dem Klang mehr Fülle verleihen.
Virtual Piano Artisan (VPA): Klang individuell anpassen
All das lässt sich über die Kawai Piano Remote App beziehungsweise die Virtual Piano Artisan (VPA)-Funktion mit 20 Parametern individuell einstellen – von einem trockenen, klaren Klang zum Üben bis hin zu einem raumfüllenden Sound für große romantische Stücke.
Spürbarer Klang: Wenn das Gehäuse mitschwingt
Das Gehäuse vibriert beim Spielen spürbar mit – ein Detail, das das akustische Erlebnis erheblich verstärkt und bei Digitalpianos dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist.

Lautsprechersystem des Kawai CA-701: räumlich und direkt
6-Lautsprecher-System mit 360°-Diffusoren erklärt
Das CA-701 ist mit einem 6-Lautsprecher-System ausgestattet, das von digitalen 110-Watt-Verstärkern angetrieben wird. Die Besonderheit sind die nach oben gerichteten Lautsprecher mit 360°-Diffusoren – spezielle Aufsätze, die den Klang gleichmäßig in alle Richtungen im Raum streuen, anstatt ihn gebündelt nach vorne zu schicken. Kombiniert mit Lautsprechern an Ober- und Unterseite des Gehäuses entsteht ein dreidimensionaler Klangeindruck, der die natürliche Schallabstrahlung eines Flügels nachahmt.
Klang im Praxistest: Direkt für den Spieler
Im Praxistest füllte das System mittelgroße Räume sehr gut aus. Als spielende Person nimmt man den Klang etwas direkter und fokussierter wahr als die Zuhörenden. Für den Pianisten ist das durchaus angenehm, weil man das volle Klangbild unmittelbar erlebt. Das spürbare Vibrieren des Gehäuses beim Spielen verstärkt diesen Eindruck noch zusätzlich.
Kawai CA-701 vs. CA-901: Unterschiede im Klangbild
Im Vergleich zum größeren Kawai CA-901 – dem Flaggschiff der Serie mit echtem Holz-Resonanzboden – wirkt der Klang des CA-701 etwas fokussierter. Das CA-901 spannt einen noch weiteren räumlichen Klanghorizont auf, muss jedoch auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Spatial Headphone Sound: 3D-Klang über Kopfhörer
Wenn du überwiegend mit Kopfhörern spielst, profitierst du von der Spatial Headphone Sound-Funktion. Sie erzeugt ein dreidimensionales Klangfeld, bei dem der Sound aus dem Raum zu kommen scheint, statt direkt im Kopf zu entstehen. Das ist nicht nur angenehmer, sondern reduziert auch die Ermüdung bei langen Übungseinheiten.
Zwei Kopfhöreranschlüsse für Unterricht und Duettspiel
Zwei Kopfhöreranschlüsse (3,5 mm und 6,3 mm) können gleichzeitig genutzt werden – praktisch für den Unterricht oder das Vierhändigspiel.

Design, Verarbeitung und Ergonomie
Modernes Design mit flügelnaher Bauhöhe
Das CA-701 in Premium Schwarz satiniert machte im Test eine sehr gute Figur. Das Gehäuse wirkt wertig und modern – ohne überladen zu sein. Ein schönes Detail: Das Instrument ist bewusst etwas höher gebaut als herkömmliche Digitalpianos, um die Notenpult-Höhe eines echten Flügels zu simulieren. Das erleichtert den Wechsel zwischen Digital- und Akustikinstrument und ist ein Zeichen dafür, dass Kawai beim Design wirklich an Pianistinnen und Pianisten gedacht hat.
Durchdachte Details: Notenhalter und Pedalposition
Weitere durchdachte Details: transparente Notenhalter-Pins, die Notenblätter fixieren ohne sie zu verdecken, Die Pedale sind ergonomisch weiter nach hinten versetzt, was eine natürlichere Körperhaltung beim Spielen ermöglicht.
5-Zoll-Touchscreen: Intuitiv und auf Wunsch unsichtbar
Verbaut ist ein 5-Zoll-Touchscreen mit reflexionsfreier Oberfläche. Er lässt sich vollständig abdunkeln – ein schönes Detail für alle, die ganz in die Illusion eintauchen möchten, auf einem akustischen Instrument zu spielen.
Vier Gehäusevarianten für jeden Wohnstil
Das CA-701 ist in vier Ausführungen erhältlich: Schwarz poliert (EP), Premium Schwarz satiniert (B), Premium Weiß satiniert (W) und Premium Rosenholz (R) – für jeden Einrichtungsgeschmack ist etwas dabei.

Konnektivität und Apps
Bluetooth MIDI und Audio: Kabellos verbinden und streamen
Beim Thema Konnektivität zeigt sich das CA-701 erfreulich zeitgemäß. Bluetooth MIDI 5.0 ermöglicht die kabellose Verbindung mit Apps und Geräten wie Smartphone oder Tablet. Bluetooth Audio 5.1 erlaubt das Streamen von Musik oder Lehrvideos direkt über das Lautsprechersystem des Pianos. Das ist praktisch zum Mitspielen oder für den Unterricht.
Apps für mehr Komfort im Alltag
Zwei kostenlose Apps machen die Bedienung noch komfortabler. Mit der PianoRemote App (iOS/Android) lassen sich alle Einstellungen und der Virtual Piano Artisan bequem vom Smartphone aus steuern. Die PiaBookPlayer App zeigt die Noten der integrierten Übungsstücke an. Dazu gehören zum Beispiel Etüden von Burgmüller, Czerny, Beyer und Chopin sowie Alfred Lesson Songs.
Aufnahmen speichern: USB-Recording in WAV und MP3
Eigene Aufnahmen lassen sich als WAV- oder MP3-Datei direkt auf einen USB-Stick speichern.

Fazit – für wen lohnt sich das Kawai CA-701?
Das Kawai CA-701 ist ein beeindruckendes Instrument, das in nahezu jeder Kategorie überzeugt: bei der Tastatur, beim Klang, beim Lautsprechersystem und beim Design. Es richtet sich an drei Zielgruppen:
Für ambitionierte Einsteiger
Ambitionierte Einsteiger, die von Anfang an auf einer realistischen Mechanik lernen und eines Tages problemlos auf ein akustisches Instrument umsteigen möchten.
Für Fortgeschrittene und Profis
Fortgeschrittene und Profis, die für das tägliche Üben ein erstklassiges Instrument brauchen, ohne Kompromisse bei Tastatur und Klang einzugehen.
Für anspruchsvolle Pianisten mit Platz- oder Lärmbeschränkung
Und Pianisten, die Konzertflügel-Qualität suchen, aber auf Rücksicht auf Nachbarn und begrenzte Platzverhältnisse angewiesen sind.
Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zum CA-901
Das CA-701 positioniert sich in der gehobenen Mittelklasse. Es bringt die Kerntechnologien des Flaggschiffs CA-901 – Grand Feel III Tastatur und SK-EX Rendering – zu einem deutlich attraktiveren Preis. Wer das letzte Plus an Raumklang durch den echten Resonanzboden des CA-901 nicht zwingend benötigt, bekommt mit dem CA-701 ein nahezu ebenbürtiges Instrument.
Weltklasse

Weiterführende Links
Kawai CA-901 – das Flaggschiff mit echtem Resonanzboden Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte und bereit ist, mehr zu investieren, findet im Kawai CA-901 das Topmodell der Concert Artist-Serie mit echtem Holz-Resonanzboden und noch größerem Klangraum. Den ausführlichen Test mit allen Details findest du hier: Kawai CA-901 Test –das Flaggschiff der Concert Artist-Serie mit echtem Holz-Resonanzboden.
Kawai CA-501 – der günstigere Einstieg in die CA-Serie Wer die CA-Serie kennenlernen möchte, aber ein kleineres Budget hat, findet im Kawai CA-501 einen soliden Einstieg mit ebenfalls hochwertiger Holztastatur. Mehr Details und unseren ausführlichen Test gibt es bald hier.
Weitere Informationen zur Kawai CA-Serie Wer sich einen Überblick über alle Modelle der Kawai Concert Artist-Serie verschaffen möchte, findet hier eine detaillierte Übersicht: Kawai CA-Serie Übersicht