In diesem Kawai CA-901 Test erfährst du, wie gut ein Digitalpiano mit echtem Holz-Resonanzboden klingen – und sich anfühlen – kann.
Das Topmodell der Concert Artist-Serie vereint Grand Feel III Holztastatur und SK-EX Rendering zu einem Spielerlebnis, das in dieser Klasse kaum zu übertreffen ist.
Was das im Alltag konkret bedeutet, zeige ich dir in diesem Test.
Das Topmodell der Concert Artist-Serie im Test
Der Kawai CA-901 Test zeigt, was möglich ist, wenn ein Hersteller konsequent zu Ende denkt. Das Ergebnis ist ein Digitalpiano mit einem echten Holz-Resonanzboden – in dieser Geräteklasse noch immer eine absolute Ausnahme.
Wer Klavierspielen nicht nur hören, sondern auch körperlich spüren möchte, findet im CA-901 genau das richtige Instrument. Der Klang schwingt durch Boden und Gehäuse – so wie bei einem echten Konzertflügel. Mit Grand Feel III Holztastatur, SK-EX Rendering und dem TwinDrive Soundboard System vereint das Topmodell der Concert Artist-Serie alles, was ein erstklassiges Digitalpiano ausmacht. Und geht dabei einen entscheidenden Schritt weiter als alle anderen.

Grand Feel III – die Holztastatur, die wirklich einen Unterschied macht
Viele Digitalpianos simulieren das Gefühl einer Klaviertastatur mit Kunststoffmechaniken. Das CA-901 geht einen entscheidenden Schritt weiter: Alle 88 Tasten bestehen aus echtem Massivholz und sind auf einem Waagebalken gelagert – genau wie bei einem akustischen Flügel. Die Grand Feel III (GFIII) Holztastatur ist die neueste und ausgefeilteste Holztastenmechanik, die Kawai bislang gebaut hat.
Das CA-901 teilt sich die Grand Feel III Holztastatur mit dem Kawai CA-701 – dem Schwestermodell der Concert Artist-Serie.Warum die Tastenlänge beim Digitalpiano entscheidend ist
Was die Tastenlänge im Alltag bedeutet, merkt man spätestens beim ersten ernsthaften Üben. Die GFIII hat die längsten Tasten aller aktuellen Digitalpianos – und das ist beim Spielen sofort spürbar. Der Tastenhub fühlt sich genau richtig an, dynamische Abstufungen lassen sich präzise und ohne Kraftaufwand umsetzen.
Graduierte Gewichtung und Gegengewichte im Detail
Ein echter Flügel ist im Bass schwerer zu spielen als im Diskant. Genau das bildet die GFIII nach. Die graduierte Gewichtung sorgt dafür, dass sich jede Taste so anfühlt, wie sie klingen soll: kräftig unten, leicht und flink oben.
Dazu kommen kleine Gegengewichte im vorderen Bereich aller 88 Tasten. Sie machen das Rückfedern natürlicher – und halten die Hände auch bei intensivem Spiel länger frisch.

Druckpunktsimulation (Let-off): Feinste Kontrolle wie beim Flügel
Wer schon mal auf einem hochwertigen Konzertflügel gespielt hat, kennt diesen Moment. Beim langsamen Durchdrücken einer Taste gibt es einen kaum wahrnehmbaren Widerstandspunkt. Der Augenblick, in dem der Hammer ausgelöst wird.
Die Druckpunktsimulation des CA-901 bildet genau das nach. Kawai nennt dieses feine Klicken „Let-off“. Im Test war es vor allem beim Pianissimo-Spiel zu spüren – die Taste ließ sich sehr präzise dosieren.
Dazu kommt ein dreifaches Sensorsystem. Es erfasst schnelle Wiederholungen derselben Taste – sogenannte Repetitionen – zuverlässig und ohne Verzögerung.
Ivory Touch und Ebony Touch
Beim langen Üben werden die Finger irgendwann feucht. Der Grip lässt nach. Genau hier zahlt sich die Oberflächenwahl aus.
Die weißen Tasten sind mit synthetischem Elfenbein belegt – Ivory Touch. Die schwarzen mit einem Ebenholz-Verbundstoff – Ebony Touch. Beide Oberflächen sind porös und absorbieren Feuchtigkeit. Die Tasten bleiben griffig, egal wie intensiv die Session wird.

Kawai CA-901 vs. Yamaha CLP-845: Wer bietet das bessere Spielgefühl?
Das Yamaha CLP-845 ist ein ernstzunehmender Mitbewerber in ähnlicher Preisklasse und auch mit einer Holztastatur ausgestattet. In vielen Bereichen spielen beide Instrumente auf Augenhöhe.
Bei der Tastatur aber zieht das CA-901 klar davon. Die längeren Holztasten und die ausgereifte Gesamtmechanik erzeugen ein Spielgefühl, das sich schlicht weniger nach Digitalpiano anfühlt. Wer irgendwann auf ein akustisches Instrument wechseln möchte, wird diesen Unterschied zu schätzen wissen.

TwinDrive Soundboard System – der entscheidende Unterschied
Ein Digitalpiano kann noch so gute Tasten haben. Wenn der Klang aus einem Lautsprecher kommt und das Gehäuse stumm bleibt, fehlt trotzdem etwas. Beim CA-901 ist das anders. Das gesamte Gehäuse schwingt mit, der Resonanzboden vibriert – und so entsteht eine Rückkopplung zwischen Tastengefühl und Klang, die man sonst nur vom akustischen Instrument kennt. Genau das ist das Prinzip des TwinDrive Soundboard Systems.
Es ist das Herzstück des CA-901 – und der entscheidende Unterschied zum CA-701. Konkret arbeitet das System in seiner dritten Generation mit zwei integrierten AURES Transducern. Aber was bedeutet das im Detail?
Das Prinzip des Konzertflügels – jetzt im Digitalpiano
Ein echter Konzertflügel klingt nicht durch Lautsprecher – er hat gar keine. Der Klang entsteht, weil gespannte Saiten Schwingungen erzeugen. Diese übertragen sich über den Steg auf den Resonanzboden. Von dort werden sie in den Raum abgestrahlt.
Genau dieses Prinzip überträgt Kawai beim CA-901 auf ein Digitalpiano. Zwei AURES Transducer – spezielle Schallwandler im Inneren des Gehäuses – versetzen einen echten Holz-Resonanzboden in Schwingung. Das Ergebnis ist deshalb kein simulierter Klang mehr, der aus Lautsprechermembranen nach vorne gestrahlt wird. Stattdessen entsteht eine Schallabstrahlung, die sich tatsächlich ähnlich verhält wie die eines akustischen Instruments.
Was der Resonanzboden beim Spielen wirklich verändert
Als ich das CA-901 direkt neben dem CA-701 gespielt habe, war der Unterschied sofort da – und zwar nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Schon bei normaler Lautstärke vibrierten Gehäuse und Tastatur merklich mit. Der Klang kam nicht aus einer bestimmten Richtung, sondern füllte den ganzen Raum.
Das hat einen einfachen Grund: Beim CA-901 ist der Resonanzboden selbst die Schallquelle. Er schwingt und strahlt den Klang nach allen Seiten ab – genau wie ein echter Flügel. Besonders bei tiefen und mittleren Tönen war das eindrucksvoll: Eine Wärme und Fülle, die man von einem Digitalpiano einfach nicht erwartet.

Warum keine zusätzlichen Basslautsprecher nötig sind
Der Resonanzboden des CA-901 überträgt das gesamte Frequenzspektrum – also auch die tiefen Töne. Separate Basslautsprecher braucht es deshalb nicht.
Das klingt nach einem technischen Detail, macht aber klanglich einen echten Unterschied. Bei vielen Digitalpianos mit dedizierten Tieftönern wirken die Bässe leicht aufgesetzt – als kämen sie aus einer anderen Richtung als der Rest des Klangs. Beim CA-901 kommen alle Frequenzen aus derselben Quelle. Das Klangbild wirkt dadurch geschlossen und natürlich – so, wie man es von einem akustischen Instrument kennt.
Das Lautsprechersystem im Überblick
Ergänzt wird der Resonanzboden durch sechs konventionelle Lautsprecher: zwei 8×12 cm Top Speaker mit 360°-Diffusoren, zwei 8 cm Frontlautsprecher und zwei 2 cm Hochtöner, angetrieben von Verstärkern mit einer Gesamtleistung von 135 Watt (50 W + 50 W + 35 W). Die 360°-Diffusoren streuen den Klang der nach oben gerichteten Lautsprecher gleichmäßig im Raum – ein Detail, das auch schon beim CA-701 überzeugte, hier aber mit dem Resonanzboden zusammen ein deutlich weiteres, tieferes Klangpanorama ergibt.
Im Kawai CA-901 Test war besonders beeindruckend, wie gleichmäßig der Klang im Raum verteilt war. Wer ein Stück spielt und dann kurz aufsteht und durch den Raum geht, merkt: Der Sound verliert kaum an Qualität, ob man direkt vor dem Instrument steht oder mehrere Meter entfernt sitzt. Zuhörerinnen und Zuhörer hören das CA-901 in einer Klangqualität, die dem Erlebnis des Spielenden sehr nahe kommt – was bei normalen Digitalpianos selten der Fall ist.
Spatial Headphone Sound: 3D-Klang über Kopfhörer
Wenn du überwiegend mit Kopfhörern spielst, profitierst du von der Spatial Headphone Sound-Funktion. Sie erzeugt ein dreidimensionales Klangfeld, bei dem der Sound aus dem Raum zu kommen scheint, statt direkt im Kopf zu entstehen. Das ist nicht nur angenehmer, sondern reduziert auch die Ermüdung bei langen Übungseinheiten.
Zwei Kopfhöreranschlüsse für Unterricht und Duettspiel
Zwei Kopfhöreranschlüsse (3,5 mm und 6,3 mm) können gleichzeitig genutzt werden – praktisch für den Unterricht oder das Vierhändigspiel.

SK-EX Rendering – dieselbe Basis, noch mehr Raum zur Entfaltung
Die Klangerzeugung des CA-901 basiert wie beim CA-701 auf dem SK-EX Rendering – der Kombination aus Mehrkanal-Sampling des Shigeru Kawai SK-EX Konzertflügels und Physical Modelling, das alle Resonanzen, Pedaleffekte und Gehäuseschwingungen in Echtzeit berechnet.
Zwei Klangwelten: Competition Grand vs. Concert Grand
Das Kawai CA-901 bietet zwei Varianten des SK-EX Konzertflügels:
SK-EX Competition Grand: Kraftvoll, offen, brilliant – dieser Klang wurde aus der Spielerposition aufgenommen und hat einen direkten Tonansatz mit großer Dynamik. Im Test überzeugte er besonders für klassische Literatur, bei der ein klar definierter Anschlag gefragt ist.
SK-EX Concert Grand: Wärmer, runder, intimer – aus der Zuhörerperspektive aufgenommen und dadurch eleganter und detailreicher im Charakter. Hier gefiel das CA-701 beim Spielen von Klavierstücken der romantische Literatur und Kammermusik.
Zusätzlich gibt es weitere Klangcharaktere wie den EX Concert Grand (klassisch-luxuriöser Flügelklang), den SK-5 (brillanter Mittelflügel) sowie verschiedene Rendering-Variationen innerhalb des SK-EX-Systems: Classic (breite Dynamik), Romantic (weicherer Anschlag) und Rich (intensive Resonanzen). Dazu E-Pianos, Orgeln, Chöre und weitere Klangfarben – insgesamt 96 Sounds.
Resonanzen im Detail: Warum das CA-901 so authentisch klingt
Besonders spannend ist das Resonanzverhalten des CA-901. Das System simuliert gleichzeitig mehrere Arten von Resonanzen: Saitenresonanz (Saiten, die mitschwingen, ohne angeschlagen zu werden), Dämpferresonanz (wenn das Haltepedal gedrückt wird), Gehäuseresonanz und sogar die sogenannte Aliquot-Resonanz – ein Effekt, bei dem Saiten in ihren oberen Teiltönen mitschwingen und dem Klang mehr Fülle verleihen.
Virtual Piano Artisan (VPA): Klang individuell anpassen
All das lässt sich über die Kawai Piano Remote App beziehungsweise die Virtual Piano Artisan (VPA)-Funktion mit 20 Parametern individuell einstellen – von einem trockenen, klaren Klang zum Üben bis hin zu einem raumfüllenden Sound für große romantische Stücke.

Design, Verarbeitung und Ergonomie
Das CA-901, das ich in der Ausführung in Schwarz poliert testete, machte optisch eine imposante Figur. Das Hochglanz-Finish verleiht dem Instrument eine Präsenz, die einem echten Konzertflügel nahekommt – sowohl in der Wirkung als auch im Pflegeaufwand. Fingerabdrücke sind, wie bei jedem Hochglanzlack, ein ständiger Begleiter.
Das Kawai CA-901 ist in drei Ausführungen erhältlich: Schwarz poliert (EP), Premium Schwarz satiniert (B) und Premium Weiß satiniert (W).
Modernes Design mit flügelnaher Bauhöhe
Wie schon beim CA-701 ist das Gehäuse bewusst höher gebaut als bei herkömmlichen Digitalpianos, um die Notenpult-Höhe eines echten Flügels zu simulieren. Auch die Details stimmen: ergonomisch versetzte Pedalposition, transparente Notenhalter-Pins und die sanft schließende Klaviaturklappe sprechen für ein Instrument, das mit echtem Gespür für den Pianistenalltag entwickelt wurde.
Sogar der 5-Zoll-Touchscreen mit reflexionsfreier Anti-Glare-Oberfläche lässt sich vollständig abdunkeln. Perfekt für alle, die im Spielen versinken und jede technische Ablenkung ausblenden möchten.

Konnektivität und Apps
Beim Thema Vernetzung entspricht das CA-901 dem CA-701: Bluetooth MIDI 5.0 ermöglicht die kabellose Verbindung mit Apps und Geräten wie Smartphone oder Tablet. Bluetooth Audio 5.1 erlaubt das Streamen von Musik oder Lehrvideos direkt über das Lautsprechersystem des Pianos. Das ist praktisch zum Mitspielen oder für den Unterricht.
Apps für mehr Komfort im Alltag
Zwei kostenlose Apps machen die Bedienung noch komfortabler. Mit der PianoRemote App (iOS/Android) lassen sich alle Einstellungen und der Virtual Piano Artisan bequem vom Smartphone aus steuern. Die PiaBookPlayer App zeigt die Noten der integrierten Übungsstücke an. Dazu gehören zum Beispiel Etüden von Burgmüller, Czerny, Beyer und Chopin sowie Alfred Lesson Songs.
Aufnahmen speichern: USB-Recording in WAV und MP3
Eigene Aufnahmen lassen sich als WAV- oder MP3-Datei direkt auf einen USB-Stick speichern.

Fazit – für wen lohnt sich das Kawai CA-901?
Das CA-901 ist kein Instrument für alle. Das ist kein Nachteil – sondern eine klare Positionierung.
Wer das letzte halbe Prozent an Authentizität nicht aktiv vermisst, ist mit dem CA-701 hervorragend bedient. Und spart dabei erheblich.
Wer aber weiß, was ein schwingender Resonanzboden klanglich und haptisch ausmacht – wer dieses Kribbeln kennt, wenn ein Konzertflügel einen Raum zum Klingen bringt –, der findet im CA-901 das einzige Digitalpiano, das diesem Erlebnis wirklich nahekommen kann.
Für wen lohnt sich das Kawai CA-901?
- Fortgeschrittene Pianistinnen und Pianisten, die täglich auf höchstem Niveau üben und bei denen jedes Detail des Instruments zählt. Eine Übersicht der besten Instrumente für diese Zielgruppe findest du hier: Die besten E-Pianos für Fortgeschrittene.
- Profis, die ein Digitalpiano als vollwertigen Ersatz oder Ergänzung zu einem Konzertflügel suchen.
- CA-701-Besitzer, die beim direkten Vergleich gespürt haben, dass da noch eine weitere Dimension des Klangs möglich ist – und wissen möchten, was den Unterschied ausmacht: Kawai CA-701 Test.
Weltklasse
Weiterführende Links
Die besten Kawai E-Pianos im Überblick
Einen Überblick über alle empfehlenswerten Kawai Modelle gibt es in unserer
Bestenliste: Die besten Kawai E-Pianos.
Kawai CA-701 – das starke Schwestermodell
Wer die Kerntechnologien des CA-901 zu einem attraktiveren Preis sucht,
findet im Kawai CA-701
ein nahezu ebenbürtiges Instrument – mit derselben Grand Feel III Holztastatur
und SK-EX Rendering Klangerzeugung.
Kawai CA-501 – der günstigere Einstieg in die CA-Serie
Wer die CA-Serie kennenlernen möchte, aber ein kleineres Budget hat,
findet im Kawai CA-501 einen soliden Einstieg mit ebenfalls hochwertiger
Holztastatur. Mehr Details und unseren ausführlichen Test gibt es bald hier.
Weitere Informationen zur Kawai CA-Serie
Wer sich einen Überblick über alle Modelle der Kawai Concert Artist-Serie
verschaffen möchte, findet hier eine detaillierte Übersicht:
Kawai CA-Serie Übersicht.