Yamaha Smart Pianist ist eine Piano-App, die von Yamaha für iOS und Android angeboten wird. Sie ist kostenlos und funktioniert nur mit E-Pianos von Yamaha.
Unterstützt werden viele der neueren Yamaha Digitalpianos. Je nach Modell können grundlegende oder auch zusätzliche fortgeschrittene Funktionen genutzt werden. Inzwischen reicht das Spektrum von einfachen Klangeinstellungen bis hin zur automatischen Begleitung kompletter Songs.
Für unseren Test wollten wir wissen: Welche Funktionen bietet die Yamaha Smart Pianist App bei den sehr populären Modellen bis etwa 1250 Euro? Und welche Funktionen sind den höherwertigen E-Klavieren vorbehalten?
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Mit welchen E-Pianos funktioniert die Smart Pianist App?
Die Smart Pianist-App wird kostenlos von Yamaha zur Verfügung gestellt und funktioniert mit Yamaha Digitalpianos dieser Baureihen:
- Clavinova (CLP 700 / CLP-825 / CLP-835 / CLP-845 / CVP 800 / CSP)
- Arius (YDP-145 / YDP-165 / YDP-S35 / YDP-S55)
- TransAcoustic (TA2 / SH2 / SC2)
- AvantGrand (N3X / N1X / NU1X)
- Portable (P-125 / P-145 / P-225 / P-525 / P-S500)
Weil es ziemlich unübersichtlich ist, welches Modell für welche Funktionen freigeschaltet ist, hat Yamaha eine Liste veröffentlicht. Hier wird detailliert für jedes Modell aufgelistet, welche Funktionen über die App genutzt werden können.
Diese Modelle, die wir ausführlich mit Testberichten vorstellen, sind kompatibel mit der Yamaha Smart Pianist App:
- Yamaha P-125
- Yamaha Arius YDP-146
- Yamaha Arius YDP-166
- Yamaha Arius YDP-S36
- Yamaha Arius YDP-S56
Tipp: Einen ausführlichen Vergleich der aktuellen Arius-Generation inklusive Tastatur- und Klangunterschiede findest du in unserem Artikel zur Yamaha Arius Serie.
Was kann die Yamaha Smart Pianist App?Yamaha Smart Pianist App: Wichtige Funktionen
Was kann die Yamaha Smart Pianist App?
Die Funktionen der Smart Pianist App sind in fünf Bereiche aufgeteilt: Piano Room, Voice, Style, Song und Dienstprogramme.

Piano Room: Hier wählst du den Sound des E-Pianos aus
In dieser Ansicht der App wird der Sound des E-Pianos ausgewählt. Mit einer Wischbewegung wechselst du schnell zwischen den Flügeln, Klavieren, Orgeln und Keyboards hin und her. Passend zum Klang findest du auch eine Abbildung des jeweiligen Instruments.
Du möchtest den Bösendorfer-Flügel in einem Kammermusik-Saal spielen? Dazu wählst du das Instrument und den Raum mit einer Wischbewegung auf dem Bildschirm aus – und fertig! Zusätzlich kannst du den Klang noch verändern, indem du den Flügeldeckel öffnest oder schließt. Mit einer Fingerbewegung auf dem Touchscreen stellst du die Neigung des Deckels ein.

Feintuning des Klangs
Auch ein Feintuning des Klangs ist im Piano Room möglich. So kannst du das ausgewählte Piano zum Beispiel in unterschiedlichen Räumen und Klangumgebungen ausprobieren oder weitere Einstellungen vornehmen, die sich auf den Klang des Instruments auswirken.
Welche Funktionen und Klangfarben du einstellen kannst, ist je nach Modell unterschiedlich. Eine Übersicht findest du in dieser Liste, die du bei Yamaha herunterladen kannst: Smart Pianist Funktionen.
Voice: Split und Layer einstellen

Bei E-Pianos ohne Display und wenigen Bedienelementen ist es oft ziemlich unübersichtlich, einen Split oder einen Layer einzustellen.
Ganz anders in der Smart Pianist App. Hier findest du alles übersichtlich dargestellt.
Den Layer einstellen: Mit der Layer-Funktion legst du zwei Instrumentenklänge übereinander und lässt zwei Klangfarben gleichzeitig erklingen. Dazu stellst du zuerst den Hauptsound bei MAIN ein, und anschließend bei LAYER den zweiten Klang. Fertig!
Den Split einstellen: Genauso einfach teilst du mit der Split-Funktion die Tastatur in zwei unterschiedliche Bereiche auf, um mehrere Klänge nebeneinander zu spielen. Mit einem Fingertippen wählst du die Klänge und schiebst dann den Splitpunkt an genau die Stelle, die du gerne haben möchtest.

Style: Spielen mit Rhythmus-Begleitung
Um das Üben aufzulockern, ist es eine tolle Möglichkeit, einfach mal mit einer Rhythmus-Begleitung loszujammen. Das schult nicht nur dein Rhythmusgefühl, sondern bringt auch jede Menge Spaß.
Mit der übersichtlichen Darstellung in der Smart Pianist App ist der passende Rhythmus und die Auswahl der Begleitspuren schnell zusammengeklickt. Aus bis zu 500 Styles in Genres wie Pop, Jazz oder Weltmusik wählst du den passenden Rhythmus aus und veränderst ihn live während des Spiels.
Diese Funktion war früher der Clavinova CSP-Baureihe vorbehalten. Inzwischen unterstützen auch die CVP-Baureihe und das Portable-Modell P-S500 die automatische Begleitung. Die aktuelle Arius-Generation (YDP-146, YDP-166, YDP-S36, YDP-S56) gehört laut Yamahas offizieller Funktionsliste nicht dazu – Style und Backing Conductor bleiben den höherwertigen Baureihen vorbehalten.
Backing Conductor: Eigene Stücke automatisch begleiten lassen
Ein besonders praktisches Feature für alle, die mit Noten arbeiten: Mit der Funktion „Backing Conductor“ spielst du im Handel erhältliche PDF-Noten ab und lässt dir dazu automatisch eine passende Begleitung erzeugen. Die Begleitung passt sich dabei dem Charakter des Stücks an, und du kannst das Genre der Begleitung frei wählen, um verschiedene Stimmungen auszuprobieren. Verfügbar ist diese Funktion auf der CSP- und CVP-Baureihe sowie dem P-S500 – nicht jedoch auf der Arius-Serie.

Song: Spielen mit Audio- und MIDI-Songs
Im Song-Bereich greifst du auf bis zu 400 integrierte Songs aus Klassik, Pop und Übungsliteratur zu – inklusive Notendarstellung am Bildschirm. Die Anzahl und Auswahl der verfügbaren Songs ist abhängig vom jeweiligen Modell.
Darüber hinaus kannst du eigene, im Handel erhältliche PDF-Noten hinzufügen und während des Spielens auf dem Display anzeigen lassen. Die App erkennt aus Audiodateien auf deinem Smartphone oder Tablet automatisch die Akkorde des Stücks und stellt sie dir als Akkordtabelle dar – praktisch, um schnell zu deinen Lieblingssongs mitzuspielen. Die komfortabelste Variante davon, die „Audio to Score“-Funktion, mit der aus einem Song automatisch eine komplette Klavierbegleitungs-Partitur erstellt wird, bleibt der Clavinova CSP-Baureihe vorbehalten.
Für das gezielte Üben stehen zusätzlich Funktionen wie das Stummschalten einzelner Stimmen, Tempoänderungen und eine Aufnahmefunktion zur Verfügung. So kannst du zum Beispiel zunächst nur eine Hand üben oder ein Stück in reduziertem Tempo durchgehen.
Dienstprogramme: Klangeinstellungen über das Touch-Display einstellen
Eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen wie Transpose, Tuning, Pedal und Klang-Einstellungen können ganz einfach und intuitiv über das Touch Display eingestellt werden.
Welches Zubehör brauchst du für die Verbindung zur Yamaha Smart Pianist App?
Um die App benutzen zu können, ist es notwendig, dass du eine Verbindung zwischen dem E-Piano und dem Smartphone oder Tablet herstellst. Diese Verbindung ist über USB, WLAN oder – bei einigen neueren Modellen – auch über Bluetooth möglich. Je nach Verbindungsart ist optionales Zubehör notwendig.
Verbindung über USB
Am einfachsten geht die Verbindung über den USB-to-Host-Anschluss. Sie funktioniert für alle Yamaha Digitalpianos, sofern sie für den Einsatz der Smart Pianist App vorbereitet sind.
Verbindung über den USB-to-Host-Anschluss zu iOS-Geräten
Das notwendige Zubehör für die USB-Verbindung zu iPhone und iPad ist:
- Lightning to USB Camera Adapter
- USB-Kabel (Typ A male – Typ B male)
Auf dem Markt sind Adapter von vielen verschiedenen Herstellern erhältlich, die meisten davon sind aber kein Apple Original-Zubehör. Die Adapter von Drittherstellern sind erheblich preiswerter und können funktionieren, müssen es aber nicht. Für eine einwandfreie Funktion ist also das Original-Zubehör von Apple zu empfehlen.

Apple bietet zwei verschiedene Adapter an: den Apple Lightning auf USB Camera Adapter und den Apple Lightning auf USB 3 Camera Adapter. Der zweite Adapter hat den Vorteil, dass das iOS-Gerät zusätzlich mit Strom versorgt werden kann, während es über das USB-Kabel mit dem E-Piano verbunden ist.
Zusätzlich zum Camera Adapter benötigst du ein Druckerkabel.
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Verbindung über den USB-to-Host-Anschluss zu Android-Geräten
Weil mobile Android-Geräte keinen USB-Anschluss in voller Größe haben, brauchst du einen zusätzlichen Adapter.
Das notwendige Zubehör für die USB-Verbindung zu Android-Geräten ist:
- Bei einem Micro-USB-Anschluss: OTG USB Typ A zu Micro-USB-Adapter
- Bei einem USB-Typ-C-Anschluss: OTG USB-A zu USB-C-Adapter
- In beiden Fällen: USB-Kabel (Typ A male – Typ B male)
Verbindung über Bluetooth
Einige neuere Modelle – darunter die aktuelle Arius-Generation YDP-146, YDP-166, YDP-S36 und YDP-S56 – bieten erstmals eine integrierte Bluetooth-Verbindung. Das hat den Vorteil, dass du auf zusätzliches Kabel-Zubehör komplett verzichten kannst. Der bislang für ältere Arius-Modelle nötige externe WLAN-Adapter UD-WL01 wird von der neuen Generation dagegen nicht mehr unterstützt – wer kabellos verbinden möchte, nutzt also das eingebaute Bluetooth statt WLAN.
In der Praxis solltest du allerdings eine Einschränkung einplanen, die Yamaha selbst so dokumentiert: Während einer aktiven Bluetooth-Verbindung steht die Audioaufnahme-Funktion nicht zur Verfügung. Für Aufnahmen empfehlen wir daher weiterhin die Verbindung über USB. Wer aber unkompliziert Sounds wechseln oder Layer und Split einstellen möchte, kommt mit Bluetooth in den meisten Fällen gut zurecht.
Welche Android-Geräte sind offiziell bestätigt?
Yamaha veröffentlicht eine Liste der Android-Geräte, die nachweislich mit der Smart Pianist App funktionieren (Stand April 2025). Eine Auswahl daraus:
- Google Pixel 4a, 5, 5a, 6, 6a, 7, 7a, 8 und 9 (inkl. 9 Pro)
- Samsung Galaxy S21, S21 Ultra, S22, S23 Ultra, S24 Ultra
- Samsung Galaxy Tab S6 Lite, Tab S7, Tab S7 FE, Tab S8, Tab S9
Wichtiger Praxis-Hinweis: Bei einigen Samsung-Modellen – darunter das Galaxy S22 und das Galaxy S23 Ultra – weist Yamaha ausdrücklich darauf hin, dass die Bluetooth-MIDI-Verbindung mit der zum Testzeitpunkt aktuellen Android-Version nicht zustande kommt. Wenn du also ein Samsung-Gerät nutzt und die App dein Piano per Bluetooth nicht findet, ist das nicht zwangsläufig ein Problem deines E-Pianos, sondern kann an der Android-Version liegen. In diesem Fall ist die klassische USB-Verbindung die zuverlässigere Alternative.
Auch bei einigen Google Pixel-Modellen (6, 6a, 7, 7a) war zum Testzeitpunkt ein Update auf eine bestimmte Android-Version Voraussetzung für die einwandfreie Funktion.
Da Yamaha diese Liste regelmäßig aktualisiert und nicht jedes Gerät offiziell getestet wird, lohnt sich vor dem Kauf von Zubehör ein Blick auf die aktuelle Liste kompatibler Android-Geräte bei Yamaha.
Verbindung über WLAN
Die drahtlose Verbindung über den USB Wireless LAN Adapter Yamaha UD-WL01 ist zwar komfortabel, bringt aber keine großen Vorteile. Denn beim Klavierspielen bleibst du wahrscheinlich mit dem Tablet an Ort und Stelle ohnehin in Reichweite eines Kabels.
Sie funktioniert auch nicht für alle Yamaha Pianos, sondern nur für die Clavinova-, TransAcoustic- und AvantGrand-Baureihen.

Wie verbindet man die Yamaha Smart Pianist App mit dem E-Piano?
Sobald du dein Smartphone oder Tablet mit dem E-Piano verkabelt hast, ist es notwendig, dass du als Nächstes die Software koppelst:
- Digitalpiano einschalten: Für die Koppelung ist es wichtig, dass dein E-Piano eingeschaltet ist.
- Smart Pianist mit E-Piano verbinden: Öffne die Smart Pianist App und tippe auf die drei Striche links oben.
- Verbindungsassistent starten: Unter dem Menüpunkt „Instrument“ startest du den Verbindungsassistenten. Gib dann die Verbindungsart und das Instrument an.
- Koppelung abschließen: Nachdem das E-Piano mit dem Smart Pianist verbunden ist, wird es in der Liste der angeschlossenen Geräte angezeigt und ist einsatzbereit.
Häufig gestellte Fragen zur Yamaha Smart Pianist App
Ja, die App ist sowohl im App Store für iOS als auch bei Google Play für Android komplett kostenlos erhältlich. Es entstehen keine versteckten Kosten oder In-App-Käufe für die Grundfunktionen. Lediglich zusätzliche Songs, die du bei Yamaha MusicSoft käuflich erwirbst, kosten extra.
Nein. Die App funktioniert nur mit bestimmten, von Yamaha freigegebenen Baureihen wie Clavinova, Arius, TransAcoustic, AvantGrand und den passenden Modellen der P-Serie. Ältere oder sehr einfache Modelle ohne entsprechende Schnittstelle werden nicht unterstützt. Im Zweifel hilft die offizielle Kompatibilitätsliste von Yamaha weiter.
Nein. Die gängigste und zuverlässigste Verbindungsart ist USB. WLAN über den Yamaha UD-WL01 Adapter ist nur bei Clavinova-, TransAcoustic- und AvantGrand-Modellen möglich und bringt im Alltag kaum Vorteile, da du beim Spielen ohnehin am Instrument bleibst.
Für den vollen Funktionsumfang, etwa Aufnahmen oder zuverlässige Notenanzeige, ist die USB-Verbindung nach wie vor am stabilsten. Bluetooth ist bequem, kann aber je nach Smartphone-Modell und Android-Version Verbindungsprobleme verursachen. WLAN ist nur für wenige Baureihen verfügbar und bietet im Vergleich zu USB keinen echten Mehrwert.
Das kann an der Android-Version deines Geräts liegen. Yamaha hat für einige Modelle, etwa bestimmte Samsung Galaxy-Geräte, dokumentiert, dass die Bluetooth-MIDI-Verbindung erst mit einem späteren Android-Update zuverlässig funktioniert. Ein Blick in die aktuelle Android-Kompatibilitätsliste von Yamaha schafft hier Klarheit. Falls dein Gerät dort nicht zuverlässig gelistet ist, ist die USB-Verbindung die sicherere Wahl.
Ja. Du kannst im Handel erhältliche PDF-Noten importieren und am Display mitlesen, während du spielst. Zusätzlich erkennt die App aus Audiodateien auf deinem Smartphone automatisch die Akkorde eines Songs. Eine komplette automatische Begleitpartitur aus einem Song zu erstellen, ist allerdings der Clavinova CSP-Baureihe vorbehalten.
Ja, auf jeden Fall. Schon bei Einsteigermodellen erleichtert die App die Auswahl von Klängen sowie das Einstellen von Layer und Split erheblich gegenüber der Bedienung direkt am Instrument. Funktionen wie Backing Conductor oder die automatische Style-Begleitung bleiben allerdings höherwertigen Modellen wie der CSP-, CVP-Baureihe oder dem P-S500 vorbehalten.
Fazit: Für wen lohnt sich die Smart Pianist App?
Die Yamaha Smart Pianist App ist für die meisten Besitzer eines kompatiblen Yamaha-Digitalpianos eine sinnvolle, kostenlose Ergänzung. Schon bei den Einsteigermodellen wie der Arius-Serie oder dem P-125 erleichtert sie die Sound-Auswahl und die Einstellung von Split und Layer deutlich gegenüber der Bedienung direkt am Instrument.
Wer mit einem höherwertigen Modell wie der CSP- oder CVP-Baureihe spielt, profitiert zusätzlich von der automatischen Begleitung und dem Backing Conductor – Funktionen, die das Spielen von Songs mit vollem Klangbild deutlich zugänglicher machen, auch ohne Begleitband.
Unser Tipp: Wenn dein Digitalpiano die Wahl zwischen mehreren Verbindungsarten bietet, lohnt sich für den vollen Funktionsumfang die klassische USB-Verbindung. Bluetooth ist bequem für schnelle Sound-Wechsel, stößt aber bei aufnahmebezogenen Funktionen an seine Grenzen.